Solange er freie Sicht zum Himmel hat, liegt ein GPS-Tacho meist näher an deiner echten Geschwindigkeit als der Tacho deines Autos. Das liegt nicht an einem Defekt: Autotachos sind absichtlich so ausgelegt, dass sie etwas zu viel anzeigen. GPS hat allerdings eigene Schwächen und kann in Tunneln, Tiefgaragen und zwischen hohen Gebäuden abweichen.
Warum der Autotacho absichtlich vorgeht
Ein Auto misst seine Geschwindigkeit nicht gegenüber der Straße. Es zählt, wie schnell sich die Räder oder die Getriebeausgangswelle drehen, und rechnet das unter Annahme einer bestimmten Reifengröße in eine Geschwindigkeit um. Jeder Schritt in dieser Kette hat eine gewisse Toleranz, also muss der Hersteller entscheiden, in welche Richtung er sich irren will.
Er entscheidet sich für die hohe Seite, weil die Vorschriften ihn dorthin drängen. Nach der UN-Regelung, die in Europa und vielen weiteren Ländern gilt, darf ein Tacho nie weniger als die tatsächliche Geschwindigkeit anzeigen. Mehr anzeigen darf er dagegen, und zwar bis zu 10 Prozent der tatsächlichen Geschwindigkeit plus 4 km/h. Anderswo gelten andere Regeln, doch der Grundgedanke ist verbreitet: zu viel anzeigen ist zulässig, zu wenig nicht.
In der Praxis stellen viele Fahrerinnen und Fahrer beim Vergleich fest, dass ihr Auto auf der Autobahn ein paar km/h mehr anzeigt als GPS. Die Differenz wächst meist mit dem Tempo, weil sie zum Teil prozentual ist.
Auch die Reifen verschieben den Wert:
- Abgefahrene Reifen haben einen etwas kleineren Umfang. Die Räder drehen sich pro Kilometer öfter, und der Tacho zeigt etwas mehr an.
- Größere Nachrüsträder oder -reifen bewirken das Gegenteil und können den Tacho zu wenig anzeigen lassen, also genau in die Richtung, die die Vorschriften verhindern sollen.
- Der Reifendruck wirkt sich ebenfalls leicht aus, weil ein Reifen mit zu wenig Luft auf einem etwas kleineren Radius abrollt.
Nichts davon heißt, dass dein Auto dich belügt. Sein Tacho ist einfach eine vorsichtige Schätzung.
Wie GPS deine Geschwindigkeit misst
Der Satellitenempfänger in deinem Handy empfängt Signale von Satelliten, deren Positionen genau bekannt sind. Aus dem zeitlichen Verlauf dieser Signale berechnet er, wo du bist, und er kann auch ermitteln, wie schnell du dich bewegst.
Es gibt zwei Wege, aus Satellitendaten eine Geschwindigkeit zu gewinnen, und die meisten Empfänger stützen sich auf den genaueren:
- Position über die Zeit. Zwei Positionen im Abstand von einer Sekunde bestimmen und die Strecke dazwischen durch die Zeit teilen. Das ist einfach, aber jeder Fehler in einer der beiden Positionen landet direkt in der Geschwindigkeit.
- Doppler-Verschiebung. Bewegst du dich auf einen Satelliten zu oder von ihm weg, verschiebt sich die Frequenz seines Signals minimal. Misst man diese Verschiebung bei mehreren Satelliten, erhält man die Geschwindigkeit direkt, und sie reagiert viel weniger empfindlich auf kleine Positionsfehler.
Dank der Doppler-Methode kann die GPS-Geschwindigkeit sehr ruhig bleiben, selbst wenn der Punkt auf der Karte um ein paar Meter wackelt. Moderne Smartphones nutzen außerdem mehr als ein Satellitensystem. Das bringt mehr Signale und meist einen stabileren Wert.
Zwei Dinge sind GPS egal: deine Reifen und dein Getriebe. Es misst, wie schnell sich das Handy selbst über den Boden bewegt. Deshalb funktioniert es im Auto, auf dem Fahrrad, auf dem Boot oder im Zug gleich.
GPS-Geschwindigkeit und Autotacho im Überblick
| Autotacho | GPS-Tacho | |
|---|---|---|
| Was er misst | Drehung von Rädern oder Getriebe | Bewegung des Empfängers über den Boden |
| Eingebaute Abweichung | Zeigt absichtlich mehr an | Keine gewollte Abweichung |
| Von Reifen beeinflusst | Ja, Größe, Abnutzung und Druck | Nein |
| Braucht freien Himmel | Nein | Ja |
| Reaktion auf plötzliche Änderungen | Sofort | Kann kurz verzögern |
| Funktioniert im Tunnel | Ja | Verliert das Signal oder hält den letzten Wert |
| Sehr niedrige Geschwindigkeiten | Oft gar nicht angezeigt | Kann um Schritttempo herum springen |
Kurz gesagt: Bei gleichmäßiger Fahrt unter freiem Himmel verlässt du dich für die echte Geschwindigkeit auf GPS. Wo der Himmel verdeckt ist, arbeitet der Autotacho weiter.
Wann GPS-Werte abweichen
Die Genauigkeit von GPS hängt fast vollständig von der Signalqualität ab. Sieht der Empfänger weniger Satelliten oder empfängt er Reflexionen statt direkter Signale, kann die Geschwindigkeit schwanken, bis das Signal wieder sauber ist.
Tunnel und Tiefgaragen
Satellitensignale dringen nicht durch Fels oder Beton. Im Tunnel verliert das Handy seine Position komplett. Je nach App bleibt die Anzeige dann auf dem letzten Wert stehen, fällt auf null oder zeigt gar nichts. Nach der Ausfahrt dauert es ein paar Sekunden, bis das Signal wieder da ist, und die ersten Werte können springen, bevor sie sich einpendeln. Tiefgaragen und Parkhäuser verhalten sich genauso.
Zwischen hohen Gebäuden
Straßen zwischen hohen Häuserzeilen, oft Häuserschluchten genannt, sind schwieriger als Tunnel, weil das Signal nicht einfach abreißt. Der Empfänger sieht weniger Satelliten direkt, und manche Signale kommen erst an, nachdem sie an Glas und Beton abgeprallt sind. Diese reflektierten Signale legen einen längeren Weg zurück. Das bringt die Berechnung durcheinander und kann die Geschwindigkeit um ein paar Einheiten flackern lassen, obwohl du gleichmäßig fährst.
Was das Signal sonst noch schwächt
- Wo das Handy liegt. In einer Tasche, im Handschuhfach, im Türfach oder tief in der Mittelkonsole sieht das Handy viel weniger Himmel als in einer Halterung am Armaturenbrett.
- Beschichtete Frontscheiben. Manche Autos haben metallbedampfte oder beheizbare Frontscheiben, die einen Teil des Satellitensignals abschirmen. Eine Halterung nahe einem unbeschichteten Bereich der Scheibe kann helfen, falls es einen gibt.
- Die erste Minute. Direkt nach dem Öffnen einer GPS-App hat der Empfänger unter Umständen noch keine gute Position. Werte aus dieser Anfangsphase sind am wenigsten verlässlich.
- Sehr langsame Bewegung. Im Schritttempo sind kleine Fehler im Verhältnis zur tatsächlichen Geschwindigkeit groß, daher kann der Wert hin und her springen.
So prüfst du deinen eigenen Tacho
Die Abweichung deines Autos kannst du in wenigen Minuten selbst sehen. Mach das mit einer Beifahrerin oder einem Beifahrer oder mit dem Handy fest in einer Halterung und nur mit einem kurzen Blick. Nimm das Handy während der Fahrt nie in die Hand.
- Befestige das Handy dort, wo es freie Sicht zum Himmel hat, und gib dem GPS vor dem Start eine Minute, um sich einzupendeln.
- Wähle eine gerade, ebene, freie Straße ohne Brücken oder Überbauten und mit wenig Verkehr.
- Halte eine konstante Geschwindigkeit, am besten mit Tempomat, falls vorhanden, und lass den GPS-Wert einige Sekunden lang zur Ruhe kommen.
- Vergleiche beide Werte bei ein paar verschiedenen Geschwindigkeiten, zum Beispiel bei etwa 50, 80 und 110 km/h.
- Notiere die Differenz bei jeder Geschwindigkeit. Wird sie mit steigendem Tempo größer, ist das die typische prozentuale Voreilung.
Zeigt das Auto weniger an als GPS, lohnt sich ein Besuch in der Werkstatt, vor allem wenn du Räder oder Reifengröße gewechselt hast. In diese Richtung kann eine Abweichung dazu führen, dass du zu schnell fährst, ohne es zu merken.
Welchem Wert du trauen kannst und wie du GPS Speedometer gut nutzt
Um deine echte Geschwindigkeit auf freier Strecke zu kennen, ist GPS meist der bessere Wert. Um dich an die Regeln zu halten, gilt in beiden Fällen dieselbe sichere Gewohnheit: Bleib nach dem Autotacho unter dem ausgeschilderten Tempolimit, denn der zeigt ohnehin eher mehr an. Kontrollen arbeiten mit eigenen, geeichten Geräten, und weder dein Handy noch dein Armaturenbrett entscheidet einen Streit über einen Bußgeldbescheid.
GPS Speedometer liest deine Live-Geschwindigkeit direkt aus dem GPS deines Handys. Die App verhält sich also genau wie oben beschrieben: stabil unter freiem Himmel und weniger zuverlässig in Tunneln, Tiefgaragen oder zwischen hohen Gebäuden, bis das Signal zurück ist. Ein paar Tipps, damit du das Beste herausholst:
- Wähle das passende Fahrzeugprofil. Die App hat sieben, vom Auto bis zum Skateboard, und zeigt die Geschwindigkeit in km/h, mph oder Knoten.
- Halterung statt Hand. Der HUD-Modus stellt die Ziffern seitenverkehrt dar, damit sie sich lesbar in der Frontscheibe spiegeln, und hält den Bildschirm wach. So bleibt dein Blick oben und das Handy dort, wo es den Himmel sieht.
- Tempolimits sind ein Richtwert. Das automatische Tempolimit stammt aus echten Straßendaten. Die Abdeckung ist je nach Region unterschiedlich, und die Daten können veraltet sein. Es gelten immer die Verkehrsschilder.
- Schau dir die Fahrt danach an. Fahrten & Analysen zeigen Höchst- und Durchschnittsgeschwindigkeit, ein Diagramm der Geschwindigkeit über die Zeit und die gesamte Route. So erkennst du eine plötzliche Spitze direkt neben einem Tunnel leicht als Signalfehler und nicht als echte Geschwindigkeit.
Die Live-Geschwindigkeitsanzeige ist mit dem Tachodesign Digital Clean kostenlos. Premium schaltet die übrigen Tachodesigns, den HUD-Modus, Fahrtaufzeichnung und -historie, die Tempolimit-Warnungen, den Beschleunigungstimer und das Bild-in-Bild-Widget frei. Der Tacho selbst funktioniert offline, weil GPS keine Datenverbindung braucht. Nur die automatische Tempolimit-Abfrage benötigt Internet.
Häufige Fragen
Ist die GPS-Geschwindigkeit genauer als der Autotacho?
Auf freier Strecke mit gutem Signal liegt GPS meist näher an deiner echten Geschwindigkeit, weil Autotachos absichtlich etwas mehr anzeigen. In Tunneln, Parkhäusern oder dichten Innenstädten ist der Autotacho zuverlässiger, da er kein Satellitensignal braucht.
Warum zeigt mein GPS weniger an als mein Auto?
Höchstwahrscheinlich, weil dein Autotacho absichtlich vorgeht, bei höheren Geschwindigkeiten oft um ein paar km/h. Abgefahrene Reifen können diese Differenz noch etwas vergrößern.
Warum springt meine GPS-Geschwindigkeit in der Stadt?
Hohe Gebäude verdecken manche Satelliten und reflektieren die Signale anderer, sodass der Empfänger mit weniger und weniger sauberen Signalen arbeitet. Auf einem offeneren Straßenabschnitt beruhigt sich der Wert meist wieder.
Braucht ein GPS-Tacho mobile Daten?
Nein. GPS funktioniert ohne Datenverbindung, daher läuft die Geschwindigkeitsanzeige auch in Gegenden ohne Netz weiter. Funktionen, die Informationen online abfragen, etwa automatische Tempolimits, brauchen dagegen Internet.
Geschrieben vom GPS Speedometer-Team mit Unterstützung von KI. Was der Artikel über GPS Speedometer sagt, stammt aus der App selbst; Menünamen in anderen Apps können sich zwischen Versionen ändern.